Technische Universität München

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Narkotika sind Substanzen und Arzneimittel, die eine breite Palette psychischer und physischer Veränderungen im Körper hervorrufen können, angefangen von Schlaf über eine totale Ruhigstellung bis hin zu Euphorie und Erregung. Diese Interpretation des Wortes Narkotikum orientiert sich mehr an den beobachteten Effekten als an den spezifischen Wirkungen der Narkotika. In Wissenschaft und Medizin sind die narkotischen Effekte der unterschiedlichen Substanzen präziser definiert. Sie basieren auf ihrer chemischen Struktur und den biologischen Mechanismen, die den Veränderungen im menschlichen Organismus zugrunde liegen.

Ein Narkotikum ist ein abhängig machendes Arzneimittel, das Schmerzen unterdrückt, Schlaf induziert, außerdem Stimmungen und Verhalten verändern kann. In der Medizin wird ein schmerzstillendes Narkotikum meist als Opioid bezeichnet, eine Bezeichnung, die sich auf alle natürlichen, semi-synthetischen und synthetischen Substanzen bezieht, die pharmakologisch ähnlich wie Morphin wirken. Morphin wiederum ist der Hauptinhaltsstoff von natürlichem Opium. Die Opioide sind auf der WADA Liste der verbotenen Substanzen und Methoden als Narkotika klassifiziert. In einigen Ländern bezieht sich die Bezeichnung Narkotikum auch auf Kokain, das chemisch eigentlich kein Narkotikum ist. Eine weitere Gruppe von Substanzen, unzutreffenderweise ebenfalls als Narkotika eingestuft, sind die Sympathomimetika.  Das sind im Allgemeinen Wirkstoffe, die das zentrale Nervensystem durch Katecholamine (Adrenalin und Noradrenalin) aktivieren und auf der WADA Liste als Stimulantien klassifiziert sind. Die dritte Gruppe beinhaltet Substanzen, die fähig sind psychische Alterationen zu induzieren, wie sie bei einer Psychose auftreten. Diese Substanzen werden als Psychotomimetika, Psychedelika oder Halluzinogene bezeichnet. Unter den Psychotomimetika werden in der WADA Liste nur die Cannabinoide als eine separate Gruppe von Substanzen aufgeführt.

Morphin und Codein sind natürliche Phenantrenalkaloide aus dem Opium, die aus 20 anderen Alkaloiden aus einer unreifen Mohnkapsel (Papaver somniferum) isoliert werden. Die Inhaltsstoffe von Opium in der Mohnkapsel sind: 10% Morphin, 0.2% Codein, 10% Noscapin (Narkotin) und ungefähr 5% Papaverin. Noscapin und Papaverin sind Isochinolinalkaloide. Im Allgemeinen zeigen Phenantrenderivate des Opiums schmerzstillende Wirkung während die Isochinolinderivate spasmolytische Eigenschaften besitzen.

Opioide wirken über Opiatrezeptoren, die sich im zentralen Nervensystem und in der Peripherie befinden. Allerdings besteht der Haupteffekt der Opioide in einer Modifikation der Aktivität des zentralen Nervensystems. Die periphere Wirkung von schmerzstillenden Narkotika beruht teilweise auf den Effekten, die die Narkotika-induzierte Histaminfreisetzung bewirkt.
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