Technische Universität München

The Entrepreneurial University

 
Athleten nutzen Blutdoping um die Sauerstofftransportkapazität des Blutes zu erhöhen und damit eine bessere Ausdauerleistungsfähigkeit zu erreichen. Speziell für Langstreckenläufer, Radfahrer und Schwimmer wird Blutdoping als vorteilhaft angesehen. Berichten zufolge führt Blutdoping zu

  • einem Hämoglobinanstieg um 7%, 
  • einer Zunahme der VO2max um 5%,
  • einer Verzögerung der Zeit bis zur Erschöpfung bei 95% der VO2max und 
  • einem Vorsprung von 44 Sekunden bei einem 5-Meilen-Lauf auf dem Laufband.  

Am häufigsten werden Ausdauersportarten mit Blutdoping in Verbindung gebracht. Rote Blutkörperchen werden von einem Spender (üblicherweise homolog, d. h. Spender und Empfänger sind identisch) übertragen, um die Menge von Hämoglobin zu erhöhen, die für den Sauerstofftransport zu den Muskeln zur Verfügung steht und damit die sportliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Obwohl Blutdoping für die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit nachweislich hocheffektiv ist, sind damit natürlich invasive Prozeduren verbunden und es besteht das Risiko, dass dafür erforderliche Materialien wie z. B. Infusionsbestecke von Dopingkontrolleuren entdeckt werden. Des Weiteren gibt es bei Bluttransfusionen immer ein gewisses Gesundheitsrisiko. Selbst unter kontrollierten klinischen Umständen besteht ein Risiko für hämolytische Reaktionen aufgrund einer Fehltransfusion oder für eine Sepsis infolge einer bakteriellen Kontamination des übertragenen Bluts.  

Es gibt zur Zeit keinen einzigen zuverlässigen Test zum Nachweis von Blutdoping. Künstliche Sauerstoffträger oder Blutersatzstoffe sind entwickelt worden um kurzfristig als Ersatz für rote Blutkörperchen zu dienen. Diese Substanzen basieren auf modifiziertem Hämoglobin oder auf Perfluorokohlenstoffen. Künstliche Sauerstoffträger wurden entwickelt, um die weltweite Knappheit von Spenderblut zu kompensieren. Sie sollen während Operationen und nach Verletzungen die Sauerstofftransportfunktion von Erythrozyten übernehmen.  

Perfluorokohlenstoffe sind chemisch synthetisierte und auf Fluoratome gestützte Substanzen. Sie können große Mengen von Gasen wie z. B. Sauerstoff transportieren. Sie nehmen ungefähr 100x mehr Sauerstoff pro Volumeneinheit auf als das natürliche Plasma. Das therapeutische Ziel künstlicher Sauerstoffträger in der Medizin ist die vorübergehende Sauerstoffversorgung des Gehirns oder anderer Gewebe bei Patienten mit massivem Blutverlust oder instabilem Kreislauf.  

Schwangerschaft
Im Hinblick auf Doping besteht der erwünschte Effekt in einer Zunahme der Herzleistung während der ersten Monate der Schwangerschaft. Des Weiteren kommt es zu einer Zunahme des Blutvolumens, der roten Blutkörperchen und des Hämoglobins. Die daraus resultierende Steigerung der Sauerstoffversorgung der Muskeln führt zu einer 10%igen Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Risiken beziehen sich auf die besondere Verletzlichkeit des Fötus ab dem 3. Monat der Schwangerschaft. Ein geplanter Schwangerschaftsabbruch nach der Sportveranstaltung stellt für die Frauen eine erhebliche Gefahr dar, vor allem wenn der Abbruch in einer nichtmedizinischen Umgebung und durch unprofessionelles Personal erfolgt. Ausgeprägte psychologische Auswirkungen sollten ebenfalls nicht unberücksichtigt bleiben.
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