Technische Universität München

The Entrepreneurial University

 
Als chemische und physikalische Manipulationen bezeichnet man den Einsatz von Substanzen oder Methoden mit der Absicht, die Eigenschaften der Urinprobe zu verändern. Beispiele sind die Abgabe von Fremdurin oder der Einsatz von Epitestosteron oder Bromantan. Chemische und physikalische Manipulationen umfassen die Nutzung von Substanzen und/oder Methoden, die in betrügerischer oder zumindest versuchter betrügerischer Absicht die Integrität und Validität von während der Dopingkontrollen gesammelten Proben verändern. Chemische und physikalische Manipulationen der Proben sind verboten. Solche Manipulationen bestehen unter anderem in der Katheterisierung, der Urinsubstitution und/oder der Veränderung der Urinprobe.  

Des Weiteren sind intravenöse Infusionen verboten, außer im Rahmen einer medizinisch begründeten Behandlung. Injektionen, speziell wenn für deren Verabreichung Nadeln gemeinsam benutzt werden, bergen das Risiko von Hämatomen, Infektionen, Fibrosen, Verletzungen von Nerven und Blutgefäßen, AIDS-Infektionen, Infektionen mit Hepatitisviren (B und C) sowie mit anderen durch Blut übertragenen Krankheiten. Berichten zufolge liegt die Rate der gemeinsamen Nutzung von Injektionsnadeln bei heranwachsenden Dopingsündern bei 25%.  

Mit 0,1 % aller Dopingvorfälle weltweit sind chemische und physikalische Manipulationen die seltenste Dopingmethode. Physikalische Manipulationen sind häufiger als chemische Manipulationen.  

Es gibt eine Reihe chemischer und physikalischer Manipulationstechniken, wie z. B. den Gebrauch von Probenecid, die Abgabe von Ersatz- bzw. Fremdurin oder die Manipulation der Urinprobe, die gestestet werden soll. Probenecid blockiert die Ausscheidung von Testosteron über die Nieren. Es wird verwendet, um den Missbrauch von Dopingsubstanzen, vor allem von anabolen Wirkstoffen zu verschleiern (maskierende Substanz), weil es deren Ausscheidung verzögert. Medizinisch wird Probenecid zur Behandlung von Gicht eingesetzt. Die am häufigsten benutzten maskierenden Substanzen sind mit 15.2% Finasterid und mit 5.2% Epitestosteron.  

Daher wird im Dopinglabor nach maskierenden Substanzen getestet und ein breites Spektrum von chemischen und physikalischen Eigenschaften des Urins untersucht, um Manipulationen der Urinprobe aufzudecken.
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