Technische Universität München

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Eine Anti-Doping Regelverletzung während oder in Verbindung mit einer Veranstaltung kann aufgrund einer Entscheidung des Veranstalters zur Disqualifikation des Athleten mit Aberkennung aller seiner individuellen Ergebnisse bei dieser Veranstaltung führen. Das schließt alle Konsequenzen einschließlich des Verlusts aller Medaillen, Punkte und Preise ein. [Artikel 10.1. Welt-Anti-Doping-Code]

Anti-Doping Regelverletzungen

Nach dem Welt Anti-Doping Code wird Doping definiert als das Auftreten von einer oder von mehreren Anti-Doping Regelverletzungen wie sie in Artikel 2.1 bis Artikel 2.8 des Codes beschrieben sind. Für eine Verletzung dieser Regeln sind bestimmte Sanktionen festgesetzt, die in Artikel 10 des Codes im Detail erläutert werden. Die Länge der Sperrungen als Folge einer Anti-Doping Regelverletzung sind wie folgt:

  • Mit Ausnahme der für eine Regelverletzung nach Artikel 2.1 spezifizierten Substanzen (Nachweis der verbotenen Substanz oder ihrer Metaboliten oder ihrer Marker), 2.2 (Gebrauch oder Versuch des Gebrauchs einer verbotenen Substanz oder einer verbotenen Methode) und 2.6 (Besitz einer verbotenen Substanz und Methode)
    Erste Verletzung: Sperrung für zwei Jahre
    Zweite Verletzung: Sperrung auf Lebenszeit

  • Sanktionen bei den spezifizierte Substanzen, wenn ein Athlet nachweisen kann, dass die spezifizierte Substanz nicht zur sportlichen Leistungssteigerung bestimmt war
    Erste Verletzung: Als Minimum eine Warnung, ein Verweis, jedoch kein Ausschluss von zukünftigen Veranstaltungen und als Maximum eine einjährige Sperre.
    Zweite Verletzung: Sperrung für zwei Jahre
    Dritte Verletzung: Sperrung auf Lebenszeit

  • Verletzungen von Artikel 2.3 (Verweigerung oder Nichtabgabe der Probe) oder Artikel 2.5 (Beeinflussung der Doping Kontrolle)
    Erste Verletzung: Sperrung für zwei Jahre
    Zweite Verletzung: Sperrung auf Lebenszeit

  • Für Verletzungen von Artikel 2.7 (In-Verkehr-Bringen) oder 2.8 (Anwendung von verbotenen Substanzen oder verbotenen Methoden) soll die auferlegte Sperrfrist minimal 4 Jahre, maximal lebenslang dauern.

  • Für Verletzungen von Artikel 2.4 (Fehlende Angaben zum Aufenthaltsort und/oder verpasste Tests) soll die Sperrfrist mindestens 3 Monate, maximal jedoch 2 Jahre betragen.

Änderungen im überarbeiteten Code

Während der aktuelle Code eine 4-jährige Sperre für die erste ernsthafte Anti-Doping Regelverletzung nur für Fälle wie In-Verkehr-Bringen oder Anwenden von verbotenen Substanzen und Methoden vorsieht, erweitert der überarbeitete Code, der ab 1. Januar 2009 gültig sein wird das Spektrum, sodass schon bei der ersten ernsthaften Anti-doping Regelverletzung eine 4jährige Sperre verhängt werden kann. Gleichzeitig wird eine höhere Flexibilität der Sanktionen im Allgemeinen eingeführt. Während diese Flexibilität einerseits die Sanktionen verschärft, z.B. in Fällen von belastenden Umständen, werden andererseits die Sanktionen abgemildert in Fällen, in denen der Athlet nachweisen kann, dass die Substanz nicht zur Steigerung der Leistungsfähigkeit eingenommen wurde.  

Zu diesem Zweck wird die Definition der “spezifizierten Substanzen” im überarbeiteten Code geändert. Der aktuelle Code besagt, dass “die Dopingliste spezifizierte Substanzen identifizieren kann, die besonders leicht zu unabsichtlichen Verletzungen der Anti-Doping führen weil sie in Medikamenten häufig vorkommen oder von denen es eher unwahrscheinlich ist, dass sie mit Erfolg als Dopingsubstanzen eingesetzt werden”.

Wenn ein Athlet nachweisen kann, dass der Gebrauch einer spezifizierten Substanz nicht mit der Absicht geschah, die Leistungsfähigkeit zu steigern, kann eine geminderte Sanktion (als Minimum eine Warnung und ein Verweis, jedoch keine Sperre, als Maximum eine einjährige Sperre) die Folge sein. Der überarbeitete Code schreibt nun vor, dass alle verbotenen Substanzen, mit Ausnahme von Substanzen wie Anabolika, Hormone und ihre Stimulatoren wie sie in der Dopingliste beschrieben sind, auch spezifizierte Substanzen im Sinne der Sanktionen sind. Das bedeutet, wenn ein Athlet nachweisen kann, wie eine spezifizierte Substanz in seinen/ihren Körper oder in seinen/ihren den Besitz gelangen konnte und wenn er/sie nachweisen kann, dass die spezifizierte Substanz nicht mit der Absicht eingenommen wurde, die sportliche Leistungsfähigkeit zu erhöhen, dass dann die Sanktionen abgemildert werden können auf eine Maßregelung ohne Sperre bis hin zu einer maximal 2jährigen Sperre.

Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass es sich bei den neu definierten spezifizierten Substanzen keinesfalls um weniger gefährliche Substanzen handelt als bei den anderen Dopingmitteln (so kann z. B. ein Stimulans, das bei den spezifizierten Substanzen gelistet ist, bei einem Athleten im Wettkampf leistungssteigernd wirksam sein). Aus diesem Grunde kann ein Athlet, der nicht die Kriterien für eine Abmilderung der Sanktionen erfüllt, unter belastenden Umständen mit einer Sperrfrist von bis zu 4 Jahren belegt werden. Im Gegensatz zu anderen verbotenen Substanzen ist jedoch bei der Anwendung der spezifizierten Substanzen die Wahrscheinlichkeit größer, dass es eine glaubwürdige Erklärung gibt, die nicht mit Doping in Verbindung steht.

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www.doping-prevention.com