Technische Universität München

The Entrepreneurial University

 
Alle Proben werden ausschliesslich von durch die WADA akkreditierten Labors analysiert (nur 33 weltweit). WADA akkreditierte Laboratorien sind dazu verpflichtet, Untersuchungen im Rahmen des Welt Anti-Doping Codes, einem Internationalen Standard für Labore durchzuführen. Dieser stellt einen verpflichtenden Internationalen Standard der Stufe 2 dar, der als Teil des Welt Anti-Doping Programms entwickelt worden ist. Die folgende Ausrüstung ist dafür Bedingung:  

Gaschromatographie (GC) mit Massenspektrometrie (MS) und Tandem Massenspektrometrie (MS/MS)

...zur Detektion von Stimulantien, Narkotika, Diuretika, Steroiden, Beta-Blockern usw.

Ein Gaschromatograph wird benutzt, um flüchtige Komponenten zu separieren. Die aufgetrennten Substanzen werden (on-line) in die Ionenquelle eines Massenspektrometers (Detektor) geleitet. Diese besteht aus einer Metallkapillare, an der eine hohe Spannung angelegt ist. Dies bewirkt durch Übertragung von Elektronen eine Ionisierung des intakten Analyten, dessen Masse-Ladungsverhältnis detektiert wird (MS). Mittels Tandem-Massenspektrometrie können die Analyt-Ionen fragmentiert werden und es werden charakteristische Detektionsmuster erhalten (MS/MS). Anhand dieser Muster wird eine verbesserte Identifizierung der Komponenten (Precursor-Ionen) erreicht.  

Flüssigkeitschromatographie (LC) mit Detektion mittels UV/VIS- oder Massenspektrometrie (MS) und Tandem Massenspektrometrie (MS/MS)

…zur Detektion von Glukokortikosteroiden, Stimulantien, Narkotika, Diuretika usw. 

Flüssigkeitschromatographie separiert lösliche Substanzen vor deren Detektion. Diese erfolgt entweder mittels Absorption (UV/VIS Detektor; LC-UV/VIS) oder aufgrund ihrer Masse-Ladungs Verhältnisse (Massenspektrometer; LC-MS). Der Unterschied zu GC-MS besteht darin, dass die mobile Phase flüssig ist und so meistens aus einer Kombination von Wasser und einem organischen Lösungsmittel besteht.  

Gaschromatographie mit Verbrennung und Isotopenverhältnis - Massenspektrometrie (GC/C/IRMS)

…zur Unterscheidung von endogenen und exogenen Steroiden.

Isotopenverhältnis Massenspektrometrie (IRMS) ist eine spezielle Art der Massenspektrometrie, in der massenspektrometrische Methoden angewandt werden, um die relative Isotopenhäufigkeit in einer Probe zu bestimmen. Das Isotopenverhältnis Massenspektrometer erlaubt die präzise Messung von Gemischen aus stabilen Isotopen. Es arbeitet präziser als ein konventionelles Spektrometer, da die Messungen wiederholt erfolgen. Dies erlaubt der doppelte Einlass dieses Instruments, der zuverlässige Wiederholungen der Messungen erlaubt, während ein ständiger Strom von Referenz- und Probengasen aufrechterhalten wird, der sequentiell über Schaltventile gewechselt werden kann. Ein spezieller IRMS Kollektor besitzt auch eine Anordnung von Faraday Bechern (leitende Metallgefäße, die auftreffende Ionen neutralisieren, während sie selbst aufgeladen werden), oder “Multikollektoren”, welche die simultane Detektion von multiplen Isotopen erlauben.
Proben müssen als reine Gase eingeführt werden, über Verbrennung, gaschromatographische Füllung oder "chemisches trapping". Indem man das detektierte Isotopenverhältnis mit einem gemessenen Standard vergleicht, erhält man eine akkurate Bestimmung der Isotopenbeschaffenheit der Probe. Das Kohlenstoff Isotopenverhältnis wird z.B. relativ zum internationalen Standard für CO2 gemessen, das von fossilem Donnerkeil produziert wird und in der PeeDee Formation gefunden wurde. Diese besteht aus Kalkstein, der in der Kreidezeit in South Carolina, USA, gebildet wurde und aus eine 13C:12C Verhältnis von 0.0112372 aufweist. Da die Differenzen zwischen der Referenz und den Proben oft sehr gering sind, werden die Kohlenstoff Isotopenverhältnisse in ppt (Teile pro Tausend) relativ zum Standard ausgedrückt.  

Isoelektrische Bestimmung, Immunoblotting und Chemilumineszenz Detektion

…für Erythropoietin (EPO) Analyse.

Isoelektrische Fokussierung (IEF) erfolgt in einem pH Gradienten und kann nur für amphotere Substanzen wie Peptide und Proteine angewandt werden. Die Moleküle wandern zur Anode oder Kathode bis sie eine Position im pH-Gradienten erreichen, an der ihre Gesamtladung gleich null ist. Dieser pH-Wert ist als “isoelektrischen Punkt” (pI) der Substanz definiert. Da an diesem Punkt keine Ladung mehr im Molekül vorliegt, besteht auch kein Einfluß vom elektrischen Feld.
Blotting ist der Transfer von grossen Molekülen auf die Oberfläche einer fixierten Membran. Diese Methode erweitert die Möglichkeiten zur Detektion von elektrophoretisch aufgetrennten Fraktionen, da die fixierten Moleküle an der Membranoberfläche frei für makromolekulare Liganden verfügbar sind, wie Antigene und Antikörper.
Die spezifische Bindung von Antikörpern wir dazu benutzt, individuelle Proteinzonen zu charakterisieren. Das Signal kann dabei durch Bindung eines lumineszierenden Farbstoffes mittel Biotin-Streptavidin-Peroxidase weiter verstärkt werden. Um die Signalbanden aufzuzeichnen, wird die Membran für eine bestimmte Zeit inkubiert und mit Hilfe einer speziellen CCD Kamera in einem absolut dunklen Raum fotografiert.  

Hämatologischer Analyzer und Zytometer

…zur Ermittlung hämatologischer Parameter bzw. Detektion von Bluttransfusionen.

Die Durchflusszytometrie ermöglicht das Zählen, Untersuchen und Sortieren von in einem Flüssigkeitsstrom suspendierten mikroskopischen Partikeln. Sie erlaubt die simultane multiparametrische Analyse von physikalischen und/oder chemischen Charakteristika von einzelnen Zellen, die durch einen optischen und/oder elektronischen Detektionsapparat fliessen.
Moderne Durchflusszytometer können einige tausend Partikel pro Sekunde in “Echtzeit” analysieren, und Teilchen mit spezifischen Eigenschaften aktiv separieren und isolieren. Ein Durchflusszytometer kann mit einem Mikroskop verglichen werden, nur dass es, anstelle die Zelle abzubilden, eine im “Hochdurchsatz-Verfahren” (eine hohe Anzahl von Zellen) erfolgende automatische Quantifizierung anhand festgelegter Parameter erlaubt.  

Immunluminometrische Assays

…zur Unterscheidung von hypophysärem und rekombinantem humanen Wachstumshormon (hGH).

Es wird ein Überschuss von zwei antigen-spezifischen monoklonalen Antikörpern verwendet, welche das Antigen (hGH) an zwei unterschiedlichen Domänen binden. Zwei Antikörper werden an der inneren Oberfläche eines Schlauches immobilisiert.  Im Falle des ersten Assays erkennt der verwendete Antikörper bevorzugt das rekombinante hGH, im zweiten Assay erkennt der Antikörper bevorzugt das hypophysäre hGH. Der zweite Antikörper ist Lumineszenz-gekennzeichnet und wird üblicherweise für beide Assays angewandt. Lumineszenz wird über einen automatischen Luminometer gemessen.  

Fluorometrischer Assay

…zur Detektion von Peptidhormonen.

Fluoreszenzspektroskopie, auch Fluorometrie oder Spektrofluorometrie genannt, ist eine Art elektromagnetischer Spektroskopie, welche die Fluoreszenz einer Probe analysiert. Sie erfolgt mit Hilfe von Lichtstrahlen, normalerweise UV-Licht. Dabei werden Elektronen in Molekülen anregt, welche als Licht niedrigerer Energie (sichtbares Licht) emittiert werden. Eine komplementäre Technologie ist die Absorptionsspektroskopie. Geräte, die die Fluoreszenz messen werden als Fluorometer oder Fluorimeter bezeichnet. 
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