Technische Universität München

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Doping ist kein modernes Problem. Beschreibungen in der norwegischen Mythologie zufolge war der Gebrauch von Substanzen zur körperlichen Leistungssteigerung schon bei den Berserkern üblich. Sie sollen zu diesem Zweck die Substanz Bufotenin eingenommen haben. Bufotenin ist ein Inhaltsstoff im Hautsekret von Kröten und kommt auch in Pflanzen vor, z. B. in Knollenblätterpilzen.

Der Begriff 'Doping'

Der Ursprung des Begriffes "dop" basiert auf der Sprache der Ureinwohner des südöstlichen Afrikas (Kaffer) und bezieht sich auf ein primitives alkoholisches Getränk, das während religiöser Zeremonien als Stimulans diente. Andere Berichte erzählen, dass der Begriff "dop" auch von Zulukämpfern benutzt wurde, um ein aus Weintraubenschalen und Colabestandteilen zusammengesetztes alkoholisches Getränk zu beschreiben. Im Westen Afrikas war der Gebrauch von Kolanüssen während Laufwettkämpfen üblich. Die niederländischen Kolonisten in den USA  beschrieben mit “dop” jedes stimulierende Getränk und so fand der Begriff weltweite Verbreitung. Schließlich wurde die Bedeutung des Begriffes auf ein breiteres Spektrum von Substanzen ausgedehnt. Ihr Einsatz im Sport wurde als "Doping" bezeichnet. Das Wort "Doping" erschien das erste Mal 1889 in einem englischen Wörterbuch und bezeichnete ne Mischung aus Opium und Narkotika.

Die Geschichte

Im griechischen Altertum gab es Spezialisten – vergleichbar mit den heutigen Sportmedizinern –, die den Athleten spezielle Nahrungsbestandteile zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit anboten, die zur damaligen Zeit als dringend erforderlich galten. Athleten versuchten ihre Kraft zu steigern, indem sie unterschiedliche Formen von Fleisch (z.B. Stierhoden) aßen.
Während der Olympischen Spiele im 3. Jahrhundert v. Chr. versuchten die Athleten ihre Leistungsfähigkeit mit Pilzen zu steigern. Philostratos berichtet, dass die Ärzte bei der Vorbereitung der Athleten für die Spiele ausgesprochen hilfreich waren und dass Köche Brote mit schmerzstillenden Eigenschaften herstellten.
Im 1. Jahrhundert n. Chr. sollen griechische Läufer einen Kräutertee zu sich genommen haben, um ihre Stärke und ihre Ausdauerleistungsfähigkeit zu erhöhen. Weitere Informationen aus dieser Zeit sind sehr schwer zu finden, da das Dopingwissen von Priestern unter Verschluss gehalten wurde.
Der Gebrauch von Dopingmitteln in der römischen Geschichte ist ebenfalls dokumentiert. Streitwagenfahrer fütterten ihre Pferde zur Leistungssteigerung mit unterschiedlichen Mixturen. Gladiatoren verwendeten ebenfalls leistungssteigernde oder aufputschende Mittel gegen Müdigkeit und Verletzungen.

Doping im neuzeitlichen Sport

Verläßlich dokumentierte Dopingfälle im Sport gibt es erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

1865Der erste Dopingfall wurde unter Schwimmern beim Amsterdamer Kanalevent dokumentiert. Beschrieben ist die Einnahme einer nicht näher benannten Substanz mit leistungssteigernder Wirkung.

1867Bei den populären 6-Tage-Rennen bevorzugten die Franzosen Mixturen auf der Basis von Koffein während Belgier ein Gemisch aus Zucker und Ether einnahmen. Wieder andere nutzten alkoholische Getränke und Nitroglyzerin.

1896In diesem Jahr ereignete sich der erste dokumentierte Dopingtodesfall im Radsport. Der englische Radrennfahrer A. Linton starb aufgrund eines Ephedrin-Missbrauchs beim Rennen von Paris nach Bordeaux.

1904Beim St.Louis-Marathon kollabierte der Gewinner Tom Hicks. Die Ärzte stellten fest, dass er vor dem Rennen Strychnin genommen und Cognac getrunken hatte.

1910behauptete James Jeffries nach seiner Niederlage gegen Jack Johnson, dass sein Tee mit unerwünschten Dopingmitteln kontaminiert gewesen sei, um ihn zu schwächen. Dies ist der erste dokumentierte Fall dieser Art. Viele ähnliche Dopingfälle ereigneten sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Boxsport.

1920Amphetamine, eine im 20. Jahrhundert nicht nur im Sport weit verbreitete Substanzgruppe, wurden erstmalig 1920 synthetisiert.

1952Bei den Eislaufmeisterschaften in Oslo wuchs die Besorgnis, als in den Schließfächern der Athleten Ampullen und Spritzen gefunden wurden.

1960In den sechziger Jahren begann der Gebrauch von Doping-Substanzen stark zuzunehmen. Die allgemeine Überzeugung damals war, dass Arzneimittel alles bewirken könnten. Bei den olympischen Spielen 1960 in Rom starb der dänische Radrennfahrer K. Jensen an Amphetaminen.

1967starb der 30-jährige britische Radrennfahrer Tom Simpson (Amphetamine) und der Läufer Dick Howard (Überdosis Heroin). 1968, ein Jahr später, starb der deutsche Boxer Jupp Elze nach einem Amphetamincocktail.

1976Bei den Olympischen Spielen in Montreal wurden dem polnischen Athleten Z. Kaczmarek und dem bulgarischen Athleten V. Khristov, beide Gewichtheber, die Goldmedaillen aberkannt, nachdem sie des Dopings überführt worden waren.

1988Viele weitere Medaillengewinner teilten das Schicksal des wohl bekanntesten Falles bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988: Damals musste Ben Johnson seine Goldmedaille zurückgeben. Er wurde positiv auf ein anaboles Steroid (Stanozolol) getestet und für 2 Jahre gesperrt. Später wurde festgestellt, dass fast alle Finalisten dieses Rennens verbotene Substanzen eingenommen hatten.

Das beginnende 21. Jahrhundert ist geprägt von vielen Beispielen von des Dopings überführten Athleten. Die Sprinter T. Montgomery, D. Chambers, M. Jones sind nur einige davon. Leider hat Doping nicht nur eine Vergangenheit, sondern wird ganz offensichtlich auch in unserer Zeit und auch in der Zukunft mit neuen Substanzen und Methoden munter weiter betrieben werden.

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